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BPD Symptome erklärt | N°6

BPD Symptome erklärt | N°6

Achterbahn der EmotionenLesezeit: 10 minuten

Die Emotionen fahren Achterbahn. Von Lebensfreude Pur geht es rasant weiter zu Wutausbruch Deluxe. Für mich persönlich das Borderline-Symptom, das den Alltag am anstrengendsten macht. Und auch für die Umwelt nicht nur Spaß bedeutet.

Achterbahn der Emotionen | Borderline-Alltag

Achterbahn der Emotionen

Eine Fahrt durch die komplette Gefühlswelt, bitte. Ich hab aber nur fünf Minuten.

 

In der Reihe BPD Symptome erklärt möchte ich euch nach und nach anhand der „offiziellen Kriterien“ des DSM die Symptome der Borderline Persönlichkeitsstörung vorstellen. Wie bei allen Beiträgen auf meiner Seite gilt: hier geht es um meine Welt, um meine Erfahrungen, um meine Ansichten. Wenn ihr Ergänzungen habt, könnt ihr diese gerne per Mail oder in den Kommentaren mit mir und allen Lesern teilen. Einen Überblick über die Symptome findest du im Grundkurs Borderline. Heute also geht es zu Kriterium N°6:

Instabile Gefühlswelt (affektive Instabilität) mit einem extremen Gefühlserleben und plötzlichen, oftmals heftigen Stimmungsschwankungen, die bereits durch kleinste Ereignisse ausgelöst werden können.

Ich finde keinen Anfang. Wie soll ich euch beschreiben, wie sich das Leben für mich anfühlt? Denn das ist meiner Meinung nach das, was ihr in diesem Artikel lesen könnt: Wie sich mein Alltag anfühlt. Dieser Teil von Borderline ist sehr raumgreifend und kräftezehrend. Und fester Bestandteil meinem Lebens. Stimmungsschwankungen und Anspannung – das sind wohl meine zwei größten Gegner. Nein, nennen wir sie nicht Gegner – sondern Herausforderungen.

Gefühle übernehmen die Kontrolle

Dieses Symptom ist das Herz meiner Borderline Persönlichkeitsstörung. Könnte man sagen. Wenn ihr mich fragt „Wie fühlt sich Borderline an?“, dann werde ich wohl sehr viel über dieses Symptom reden. Denn es nervt. Und es ist anstrengend. Und es begleitet mich jeden Tag.

Es passiert von einer Sekunde auf die andere: ich bin entspannt und guter Dinge. Dann: eine Kleinigkeit, eine Gedanke, ein Bild, ein Wort – und ich werde zur wütenden Furie und fauche mein Gegenüber an. Oder anders: ich bin ausgelassen und fröhlich – und in der nächsten Sekunde zu Tode betrübt, könnte heulen und möchte mich verkriechen.

Wie es dann weiter geht, ist ganz verschieden. Entweder, ich kehre zur Ausgangslaune zurück und nach zwei Minuten ist alles vorbei. Oder der kurze Ausreißer übernimmt die Kontrolle und es bleibt so. Das Ganze passiert nicht nur in die negativ Richtung. Genau so kann es anders rum passieren. Dass ich wegen irgendetwas traurig oder bedrückt bin und durch eine Kleinigkeit scheint plötzlich wieder die Sonne in meinem Gehirn.

Auch wenn der April heute nicht mehr das ist, was er mal war, so kann man sich das Innere meines Kopfes vielleicht trotzdem ein wenig ähnlich vorstellen: der April macht was er will. Genau so meine Emotionen. Auf Regen folgt Sonnenschein folgt Gewitter folgt Sonne folgt Sturm folgt Schnee folgt Sonne folgt Nebel. Und wie die Meteorologen bin auch ich völlig ahnungslos, was passieren wird.

Wie oft das denn passiert? Darauf gibt es keine wirkliche Antwort. Ganz selten gibt es einen kompletten Tag ohne. Wenn ich mal so drüber nachdenke, dann komme ich durchschnittlich auf einen heftigen Wechsel pro Stunde, die ich wach bin. Durchschnittlich. Das kann also bedeuten, dass es drei Stunden ohne und dann eine Stunde mit drei Loopings gibt.

Wie sieht das für die Umwelt aus?

Wie bei den meisten Dingen, die mit Borderline zu tun haben, bekommt Arvid die größte Portion von der ganzen Geschichte ab. Und meistens ist es irgendeine Art von Wut. Wenn er mal wieder nicht schnell genug schaltet, denkt, tippt, entscheidet, fährt oder spricht – kann ich aus der Haut fahren. Das heißt nicht, dass Arvid besonders langsam wäre. Sondern mein Kopf fährt einfach meistens auf der Überholspur im Schnellzug. Mein Körper hat sich daran gewöhnt und hält einfach mit. Und ein langsamerer Kopf stellt in diesem Vergleich eine Schranke dar, die nicht schnell genug hoch geht. Oder ein Signal, welches nicht schnell genug umschaltet. Und wegen dem der Zug dann bremsen muss. Was er gar nicht gerne tut. Überhaupt nicht gerne.

Dass ein „normaler“ Kopf und Körper mit diesem Tempo nicht mithalten können, ist niemandes Schuld. Sondern einfach Tatsache. Mein System versucht das Problem zu lösen, indem es Dampf ablässt. Mich einmal rumtoben lässt. Und meine Wut jedes Hindernis aus dem Weg rammt. So dass der Zug wieder Fahrt aufnehmen kann. Wie ich inzwischen gelernt habe, ist diese Wut oft nur Folgegefühl. Und da sie so eine zentrale Rolle in der ganzen Borderline-Thematik einnimmt, ist sie sogar ein eigenes Symptom. Dazu gibt es also einen eigenen Artikel.

Besonders zu spüren bekommt Arvid also die Fälle, in denen die Wut oder einer ihrer nahen Verwandten das Ruder übernimmt. Und meistens auf Grund von Ungeduld. Darüber hinaus kann und will ich aber auch nicht verstecken, wenn Freude, Glückseligkeit und Euphorie oben auf der Leiter Platz genommen haben. Auch das kann anstrengend sein. Vor allem, wenn es aus dem Nichts kommt. Dann springe, hüpfe, gluckse und singe ich gerne mal, was das Zeug hält. Und möchte meistens auch eine schöne Portion Aufmerksamkeit dafür.

Gut, wenn Arvid gerade Lust und Zeit dafür hat. Schlecht, wenn er gerade beschäftigt ist oder keine Lust drauf hat. Die Lust kann ich manchmal besiegen, denn ich kann dann so ansteckend happy sein, dass er nicht lange widerstehen kann. Wenn er aber zum Beispiel am Rechner sitzt und arbeitet und für meine Spirenzchen keine Zeit hat, dann sieht die Sache schon wieder anders aus. Dann kann aus der Fröhlichkeit ganz schnell wieder Wut werden. Ihr seht, ein Teufelskreis.

Wenn mich Trauer oder Niedergeschlagenheit zu Boden ziehen, dann sieht man das schon weniger. Oder weniger deutlich. Wer mich genau beobachtet und ein gutes Gespür dafür hat, dem wird vielleicht auffallen, dass ich ruhiger oder verschlossener werde. Hier tauchen dann auch gerne fiese Gedanken auf, die sonst nur aus ihrem Versteck kommen, wenn die Depression gerade zu Besuch ist.

Das Verhältnis zur Anspannung

Wenn mein extremes Gefühlserleben das Herz meiner Borderline Personality Disorder ist, dann ist die Anspannung der Blutdruck. Beides hängt zusammen. Und beeinflusst sich gegenseitig.

Wie beim Körper gilt: den Blutdruck kann ich beeinflussen. Ihn durch gesundes Verhalten senken. Durch Selbstfürsorge. In meinem Falle also genug Sport und Bewegung, gesundes Essen und nicht zu viel Alkohol, Meditation und Achtsamkeit. Und indem ich mir genug Zeit für mich selbst und für all diese Dinge nehme. So schaffe ich es, dass die Anspannung generell niedriger ist.

Außer über den Blutdruck habe ich auf das Herz dagegen kaum Einfluss. Ich kann ihm nicht sagen „Klopf langsamer!“ oder „Schlag weniger fest!„. Das macht dieses Teil der Krankheit auch so ermüdend. Es gibt einfach kaum etwas, was ich dagegen tun kann. Seit ich meditiere und mehr auf mich achte, ist es definitv schon besser geworden. Aber ich fahre immer noch jeden Tag sehr viele unfreiwillige Runden auf der Gefühlsachterbahn.

Wenn der Blutdruck besonders hoch ist, dann schlägt das Herz auch schneller, kräftiger und wilder. Wenn die Anspannung besonders hoch ist, dann sind die Stimmungsschwankungen häufiger, kräftiger und wilder. Tabletten zum Senken des Blutdrucks gibt es schon. Wie wäre es, mit einer Tablette gegen zu hohe Anspannung? Jemand? Medizin-Nobelpreis?

Andersrum funktioniert das Spiel aber auch: viele wilde Herzschläge können die Anspannung nach oben steigen lassen. Die durch die heftigen Wechsel ausgelösten Gefühlsbrocken aus Scham, Hilflosigkeit und Selbsthass schwimmen durchs System, bis sie abtransportiert werden. Vom Blut. Oder Selbstfürsorge.

Opfer des Systems Borderline

Ich bezeichne mich nicht gerne als Opfer. Nicht als Opfer der Umstände. Nicht als Opfer einer Krankheit. Und schon gar nicht als Opfer meiner Persönlichkeitsstörung. Aber bei dieser ganzen affektiven Instabilität fühlt es sich manchmal doch gehörig danach an.

Erstens gibt es wie gesagt wenig, was ich aktiv dagegen tun kann. Im Gegensatz zu manch anderem Symptom. Und zweitens ist da noch das beschissene Gefühl, wenn man mal wieder seine liebsten Menschen ohne Grund angepöbelt, angeschrien oder beschimpft hat. Einfach nicht schön. Jedes Mal wieder, wenn es passiert, fühle ich mich danach beschämt. Und irgendwie auch hilflos.

Denn es ist ja nicht so, als würde die Achterbahn an mir vorbei fahren und ich ihr zuschauen. Ich sitze drin. Und bekomme alles mit. Bei vollem Bewusstsein. Manchmal ist es wirklich wie im Kino. Ich sehe mich von außen, wie ich in der Bahn sitze und herum katapuliert werde. Aber ich kann nichts machen. Kein Schalter zum Stoppen. Keine Taste zum Zurückspulen. Erst wenn die Achterbahn wieder am Einstieg angekommen ist, kann ich einschreiten. Oder besser: mich schlecht fühlen. Oder entschuldigen. Oder schämen.

Stell dir vor, du sitzt mit deinem Schatz gemütlich beim Essen. Welches super lecker ist. Das Restaurant ist nett. Die Getränke schmecken. Alles ist wunderbar. Und dann, nur wegen einem falschen Wort fährst du plötzlich an die Decke und haust deinem Liebling einen Satz wie „Gott, du bist so unfassbar dumm!“ um dir Ohren. Der Aggressions-Zug ist meistens schnell weitergefahren. Zurück bleibt ein Bahnsteig voller Selbsthass und Scham. Und da musst du dich dann wieder herausmanövrieren. Und kommst dir nur noch bescheuerter vor. Und kannst nicht glauben, dass dein Gegenüber immer noch da ist. Danke, Arvid!

Was hilft?

Wie schon angekündigt: nicht viel. Außer die Anspannung generell niedrig zu halten. Und zu lernen, den Kopf und die Gedanken ein bisschen besser unter Kontrolle zu haben. Deswegen zahlt sich meine ganze Arbeit und Mühe mit Meditation und Achtsamkeit hier definitiv aus. In den letzten Monaten ist es auf schon um einiges besser geworden. Ein paar Mal ist es mir sogar schon gelungen, einen Ausbruch zu verhindern.

Und zwar indem ich tief durchatme. Und mir sage, dass es eigentlich keinen Grund gibt, jetzt auszuflippen. Indem meine Ratio die Kontrolle übernimmt und der restlichen Truppe in meinem Kopf erklärt, dass es jetzt echt keinen Sinn machen würde, rumzuschreien / loszuheulen / aufzuspringen oder was auch immer. Und darüber hinaus vollkommen klar ist, dass ich mich danach mit hoher Wahrscheinlichkeit nur schlecht fühlen werde.

Und es hilft, sich mitzuteilen. Darüber zu reden. Ob mit dem Partner oder mit Freunden. Um sie über die ganze Sache aufzuklären. Damit sie Bescheid wissen. Sich nicht erschrecken, schockiert sind oder zurück brüllen, wenn dein Emotionszug vor ihnen entgleist. Ist auch irgendwie nur fair, sie nicht ins offene Messer laufen zu lassen.

Und versuche auch in Momenten, in denen die Achterbahn mit dir durchgeht, zu kommunizieren. Vor allem wenn das Gefühl in Richtung Traurigkeit geht (s. nächster Absatz). Das macht diesen Prozess für die Aussenwelt nachvollziehbarer. Wenn auch immer noch schwer zu verstehen, aber so holst du deine Angehörigen mit ins Boot.

Und hier noch mein Joker: Ablenkung. Auch ein Skill. Wenn die Bilder und Gefühle zu groß werden, dann spiel ein dummes Handyspiel. Ließ eine Illustrierte. Mach ein Hirn Flick-Flack. Schau dir Katzenvideos auf YouTube an (oder dieses kleine Video – einer meiner absoluten Top-Skills. Ein klein bisschen versaut, aber unfassbar lustig. Wer nicht lachen muss, dem kann ich nicht mehr helfen). Keine kognitiven Herausforderungen. Nur etwas, um erstmal wieder schnell am Einstieg anzukommen.

Was kann ich als Angehöriger tun?

Kurz und knapp: Reden, akzeptieren, genießen. Denn es kommt sehr auf die Emotion an, die gerade das Steuer an sich gerissen hat. Hauptsächlich sind das (bei mir) Kummer, Wut und Freude.

Wenn die Achterbahn in ein Trauertal fährt, dann zeige vor allem, dass du da bist. Und den Betroffenen nicht sofort im Stich lässt, nur weil er jetzt kein Sonnenschein mehr ist.

Versuche vielleicht, ein Gespräch über die Ursache in Gang zu bringen. Um mal ein Beispiel zu nennen: mir gehen Obdachlose, einsame (bzw. einsam aussehende) oder hilfsbedürftige (bzw. hilfsbedürftig aussehende) Menschen, die ich auf der Straße oder sonst wo sehe, immer sehr nahe. In meinem Kopf entspannt sich dann sofort eine komplette Geschichte. Ich sehe Bilder von ihnen, wie sie nachts bei Regen auf der Straße sitzen und Hunger leiden. Oder an Weihnachten alleine vor ihrem kargen Esstisch sitzen. Oder vor Schwäche die Packung Milch nicht mehr aufbekommen. Oder, oder, oder. Um nur mal drei von unzähligen Varianten zu nennen. So was macht mein Kopf nur allzu gerne aus einem objektiv unwichtigen, äußeren Reiz.

Das alles passiert in Sekundenschnelle. Ich fühle mich erdrückt von Schmerz, Mitleid, Hilflosigkeit und Wut. Wenn ich diese Gedanken- und Bilderflut nun ausspreche, hilft mir das einerseits, weil sich nicht alles in mir anstaut. Bis die Mauer irgendwann bricht. Außerdem hilft das darüber reden dabei, die Situation wieder etwas näher an die Realität zu holen. Vielleicht gibt es Dinge, die ich übersehe und die meine Emotionen wieder etwas mehr in die Waage bringen können.

Wenn du die volle Ladung Wut abbekommst, dann gilt wie auch schon bei Symptom N°2: versuche, die Ausbrüche nicht persönlich zu nehmen. Das kann extrem schwer sein. Vor allem, wenn du Zielfläche von blindem Hass und Schimpftiraden wirst. Versuche, das dir an den Kopf geknallte nicht in dein Herz und in dein Hirn durchzulassen. Wie bei einem Tourette-Erkrankten könnten uns Dinge herausrutschen, die wir überhaupt nicht so meinen. Und die wir so überhaupt nicht fühlen.

Stell dir einen knallroten Kobold vor (wie der aus dem fantastischen Disney-Film InsideOut), der in unserem Gehirn sitzt und wie wild an den Hebeln zieht und an den Knöpfen drückt, die für unsere Worte verantwortlich sind. Und hoffe mit uns, dass er schnell wieder von der Ratio-Polizei in seinen Käfig gesperrt wird. Dem nicht sehr ausbruchssicheren Käfig. Vielleicht hilft dir dieses Bild dabei, hinter den Verletzungen weiter die Person zu sehen, die du kennst und die dir wichtig ist.

Und wenn du es schaffst, dann lass keine Worte des Vorwurfs über deine Lippen kommen. Mach dir bewusst, dass wir diese Fahrt nicht freiwillig unternehmen. Das ist wieder kein Freibrief, dass du dir alles gefallen lassen musst. Aber ich kann dir immer wieder aufs Neue sagen: sei dir sicher, die Vorwürfe, die wir uns für jedes dich-verletzende Verhalten machen, wiegen größer und schwerer, als alles, was du jemals sagen könntest.

Ich werde dir nicht raten zu versuchen, die Achterbahn von außen zu steuern. Durch einen Witz oder eine Bemerkung. In manchen Fällen mag das vielleicht sogar funktionieren. Aber genau so gut kann ich mir vorstellen, dass die Sache nach hinten losgeht und der kleine Kobold im Kopf dann erst recht los wütet. Da ist aber bestimmt auch jeder Betroffene, jede Emotion und jede Situation anders. Nächste Möglichkeit: warte einfach zwei Minuten. Die Chancen stehen gut, dass sich das Ganze wieder beruhigt hat.

Was du aber durchaus machen darfst, ist den Betroffenen darauf aufmerksam machen, dass die Achterbahn gerade wohl richtig Fahrt aufgenommen zu haben scheint. So ein Pieks von außen kann manchmal auch helfen, schneller wieder am Einstieg anzukommen. Und auch hier der Joker, der sowohl für Betroffene als auch für Angehörige gilt: Ablenkung. Zum Beispiel durch ein lustiges 9Gag Bild oder YouTube-Video.

Und wenn die Fahrt bergauf geht: genieße sie, solange es geht. Hab Spaß, wenn die Freude regiert. Denn hier zeigt sich auch immer wieder, warum die Bekanntschaft mit einem Borderliner auch toll sein kann. So wie wir unsere Wut ungefiltert raushauen, so passiert es auch mit unserer Lebensfreude und dem Spaß, der in so manchem Moment die Gehirnströme kontrolliert.

Und fürchte dich nicht zu sehr, vor der nächsten Talfahrt. Sie wird kommen. Aber auch da kommen wir wieder raus. Und ihr wisst jetzt wieder einen Teil mehr von meinem emotional-instabilen Alltag. Ende gefunden!


So viel Wut

Beim finalen Durchlesen fällt mir auf, dass ich am meisten über Wut rede. Dabei kommen die Ausbrüche nach oben wahrscheinlich genau so häufig vor. Aber: sowohl für mich als auch meine Umwelt stellt plötzliche, übermäßig gute Laune ein weitaus kleineres Problem dar, als ein Wutausbruch und Schimpfwortsalven. Ist nun mal so. Ich fürchte gerade, dem Symptom nicht gerecht zu werden. Und könnte wohl noch 600 weitere Absätze schreiben.

Deswegen hier nochmal mein beliebtesFakt ist„: ich kann meine Emotionen nicht steuern. Und wie im (ich betone es gerne nochmal) wirklich tollen Animationsfilm „Alles steht Kopf“ sind Freude, Kummer und Wut die drei Parteien, die besonders oft die Kontrolle übernehmen. Wer den Film gesehen hat, kann sich jetzt die bunte Truppe auf einer ordentlichen Portion Drogen vorstellen und dann wisst ihr, wie es da oben zu geht.

Und bevor ich nun wirklich kein Ende finde, hier noch ein sehr schönes und passendes Zitat, welches in der Borderline-Literatur gerne herangezogen wird (wahrscheinlich ist es von Marsha Linehan, sicher bin ich mir aber nicht):

„(…) Wenn wir uns vorstellen, dass Pferde Gefühle sind, dann sitzen ‚normale’ Menschen auf einem alten Ackergaul und die ‚Borderliner’ auf einem Araber-Hengst. Er geht schnell durch, ist schwer zu kontrollieren und lässt sich nur langsam wieder bremsen. Reiten müssen alle Menschen lernen, aber die ‚Borderliner’ müssen Spitzenreiter werden (…)“

 

 

One Response

  1. klaus sagt:

    Hallo aus dem „frühlingshaften“ Bayern … wir denken an Euch und versuchen zu verstehen, wie Ihr die Weihnachtsbäume unter den Palmen schmücken (BILDER!!) werdet …
    ….. alles Gute aus der Heimat. Klaus & Martha & Alexander

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